RAINER ||| Unterschiede zwischen VFB und RWS (3a): Star Trek vs. Star Wars vs. GoT

Lesen Sie HIER Teil 1 und DORT Teil 2 von „Unterschiede zwischen VFB und RWS“!

Vorgeschichte: Ich hatte ja bereits zugeben: Ich habe eine Schwäche für Science Fiction! Und das schon seit meiner Jugend, als ich in den Räumen „meiner“ Stadtbücherei (= also: Offenbach am Main, Zweigstelle Lauterborn) oder dem städtischen Bücherbus alles an SF-Literatur laß, was ich finden konnte. Es ist wirklich nicht gelogen, dass ein Buch mit dem für mich magisch-faszinierenden Titel „Der Zeiter: 5 Erzählungen in Science Fiction und Fantasy von Wolfgang Jeschke“ 1972 das erste Buch war, das ich mir von meinem Taschengeld kaufte. Und als Jeschke (der als Autor / Übersetzer / Herausgeber und so vieles mehr die Science Fiction-Landschaft in Deutschland geprägt hat wie kein anderer zuvor) vor wenigen Jahren verstarb, machte diese Nachricht mein Herz schwer.


Auch ohne über meine Teilnahme an verschiedenen Star-Wars-Events als Darsteller eines Jedi-Meisters vom Planeten Clak’dor VII und / oder Synthesizer-Musiker Bescheid zu wissen, kann man meine Vorliebe für diese SF-Reihe aus meinen Veranstaltungen erkennen.

Vera F. Birkenbihls Vorliebe galt dagegen dem Star Trek Universum von Gene Roddenberry. Dazu muss man wissen, dass bei Star Wars (ähnlich wie später beim „GoT / Game of Thrones“) kriegerische Auseinandersetzungen im Vordergrund stehen und Star Trek als Titel von Roddenberry gewählt wurde, weil er seit Anfang der 1950er Jahre als freier Autor Drehbücher für zahlreiche US-Fernsehserien verfasst hatte und mit einer eigenen TV-Serie, die eine Mischung aus Western und Science-Fiction sein sollte, erfolgreich sein wollte. Das Weltall zu erforschen sei aufregend und anstrengend (O-Ton Roddenberry) „… wie ein Planwagen-Treck in den Wilden Westen im 19. Jahrhundert.“ – So kam es zu dem Begriff „Star Trek“.

ST widmet sich der Zukunft der realen Menschheit nach einem III. Weltkrieg. In nachfolgenden Jahrhunderten erlangen die Menschen viele neue Fähigkeiten und können aktiv das gesamte Universum untersuchen, wobei sie immer wieder auf neue Spezies stoßen, einige davon feindlich gegenüber anderen Spezien eingestellt. Deshalb wird jeder Folge der Original-Serie auch der Leitspruch „Viele Lichtjahre von der Erde entfernt, dringt die Enterprise in Galaxien vor, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat.“ vorangestellt. Was den verschiedenen ST-TV-Serien gemeinsam ist*: Die Crews der jeweils titelgebenden Raumschiffe sind allesamt äußerst kompetent. In Roddenberrys Zukunft konzentrieren sich die Menschen vor allem auf die Entfaltung ihrer individuellen Potenziale und die Erweiterung des geistigen Horizonts.

Zugleich haben alle jedoch auch bestimmte Schwächen, weshalb die Zuschauer einen Bezug zu den Charaktere herstellen können. Manche sind hochintelligent, fühlen sich aber in Gesellschaft stark verunsichert. Gut, dass es auf der USS Voyager ein Doktor-Hologramm gibt und auf Picards Enterprise einen weiblichen „Schiffs-Counselor“, die als psychologische Beraterin tätig ist. Heißt: Crew-Mitglieder mit Defiziten oder solche die Verfehlungen begangen haben, werden nicht etwa entlassen. Vielmehr ermutigt man sie zu Therapien, die dann meist tatsächlich helfen. Bei Star Trek gibt es immer ein gut aufeinander abgestimmtes Team, bei dem sich jeder nach Möglichkeit gegenseitig unterstützt, weiß man doch um die kleinen und großen Schwächen der KollegInnen und hat gelernt, damit umzugehen. Grüppchenbildung und Schubladendenken gibt es nur bei den anderen, egal ob Borg, Ferengi oder Klingonen. Wer in einem ST-Raumschiff unterwegs ist, weiß: so etwas führt (weder in der Fiktion noch) in der Realität zu schlechten Ergebnissen.

Für VFB und ihren Vater war stets klar: Führung ist Vertrauenssache. Also haben James T. Kirk, Jean-Luc Picard oder Kathryn Janeway stets absolutes Vertrauen in die Fähigkeiten ihrer Crews und stellen sich als Vorgesetzte bei Auseinandersetzungen oder Fehlern stets vor die Mannschaft*. Und weil sie um die Kompetenz der Crewmitglieder wissen, werden wichtige Entscheidungen meist nicht im Alleingang gefällt, sondern es findet in Besprechungen ein Austrauch der Argumente statt. Der Star dabei (und beste Captain) ist Jean-Luc Picard, für den Führen nicht bedeutet, sich in jede Angelegenheit einzumischen, sondern Ziele vorzugeben und mit gutem Beispiel voran zu gehen. Oder wie Vera F. Birkenbihl es vermittelt hätte: „Er inspiriert und motiviert das Team und fördert gegenseitiges Vertrauen.“

Diversität ist beiden SF-Reihen gemein. Sowohl bei Star Trak als auch Star Wars sind die Crews ethnisch gemischt, vielseitig interessiert und aufgeschlossen gegenüber allem Neuen. An Bord der Raumschiffe leben und arbeiten Wesen / Roboter / Hologramme jeden Alters aus zahlreichen verschiedenen Kulturkreisen, teilweise auch mit Handicaps, hervorragend zusammen. Die Gleichstellung der Geschlechter ist ohnehin selbstverständlich. Außerdem werden unterschiedliche kulturellen Bräuche und Sitten respektiert*, sofern wenn sie friedlichen Zwecken dienen, und man interessiert sich ehrlich für deren Entstehung und Bedeutung. Zudem begegnen sich Crewmitglieder mit gegenseitigem Respekt und Wohlwollen* und Probleme werden offen angesprochen. Man unterstützt Kollegen mit Schwierigkeiten und zwar nicht nur auf der (dienstlichen) Missions-Ebene, sondern auch im Privaten. Wie wichtig ein solches Verständnis für Unternehmen bis hin zur Verwaltung ist und dass es sich dabei keineswegs um eine Selbstverständlichkeit handelt, zeigen Untersuchungen immer wieder.

Nun zu Star Wars und weiteren Unterschieden zu ST: Also, ich mag Star Trek und ich liebe die Star-Wars-Saga. Das geht! Wie wohl jeder Mensch meiner Generation habe ich einen Lieblings-Beatle, mag aber auch die anderen drei, höre mir zudem immer wieder auch Musik der Rolling Stones an und es gibt auch Künstler, die mir nicht zusagen. So geht es mir auch mit SF-Filmreihen. 1977 war ich im Kino, als „Episode IV“ gezeigt wurde: Der Urknall der von Geroge Lukas errschaffenen Star-Wars-Saga, deren Leitspruch bereits ein anderer als bei ST ist: „Es war einmal vor langer Zeit in einer weit, weit entfernten Galaxis.“ Obwohl hierbei keine Menschen im Mittelpunkt der Handlungen stehen, sondern menschenähnliche Protagonsten, gibt es schon Parallelen zwischen Star Wars und Star Trek. Auch im Lukas-Universum mischen es verschiedene Spezien in der Galaxis mit, in beiden Sagas gibt es den Hyperraum, die Waffen sind ähnlich (= ST: Phaserwaffen / SW: Laserwaffen; ST: Photonentorpedos / SW: Protonentorpedos), in beiden Sagas kommt Deflektortechnik zur Verteidigung vor und zum Abschleppen oder Heranziehen von Raumschiffen kommen Traktorstrahlen zum Einsatz.

Lesen Sie HIER Teil 3b der kleinen Serie „Unterschiede zwischen VFB und RWS“!


* = Eine Ausnahme bestätigt die Regel. Es handelt sich dabei um die satirische und gewollte respektlose Animations-Serie „Star Trek: Lower Decks“ aus dem Jeff-Bezos-Universum AMAZON, deren Handlung an Bord eines weniger wichtigen Raumschiff der Sternenflotte spielt, dem nur Routineaufgaben zugeteilt sind. In der Serie stehen nicht die Führungsoffiziere des Raumschiffs im Fokus, sondern junge Protagonisten niederer Dienstränge nebst Robotern mit Namen wie „Erdnuss Snackbox“.

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