VERA ||| TV-Gewohnheiten (zumindest aus Sicht des Jahres 2009) – Teil 2/2

[Fortsetzung von TEIL 1]

Tipp 3: Nachrichten-Sendungen NICHT MEHR LIVE ansehen

Neil POSTMAN stellt uns (in seinem brillanten und wieder erhältlichen Buch: „Wir amüsieren uns zu Tode“) vor diese faszinierende Situation: Sie sehen in der Tagesschau eine brennende Lagerhalle.

Frage: Welchen Nachrichtenwert hat diese Information für Sie? (Es ist ja schließlich eine Nachrichten-Sendung!!)

Antwort: Null. Diese Botschaft könnte für Sie einen Nachrichtenwert haben, wenn es sich um Ihre eigene Lagerhalle handelte, aber dann würden Sie es auch ohne Fernsehen erfahren!

Genausowenig Info-WERT haben für Sie der nächste Flugzeugabsturz, ein weiteres Eisenbahnunglück oder noch ein Kidnapping- oder Vergewaltigungsopfer! Aber solche Negativ-Nachrichten von Abstürzen, Unglücken, Verbrechen ziehen Sie emotional hinab! Wir werden immer von allem, was uns begegnet, „angemutet“ (d.h. emotional gefärbt). Deshalb gilt:

Sie können beim besten Willen nicht ständig Negatives hören und davon nicht betroffen sein.  Falls Sie das nicht glauben, kreieren Sie eine Seminar-Situation mit einigen Freunden (Hinweis: Sie brauchen keinen Trainer, nur einen Spielleiter) und machen Sie Rollenspiele, z.B.:

  1. Person A läßt sich zwei Minuten lang negativ über Gott und die Welt aus (Bitte vorher Zettel mit Stichworten bereitlegen, es fällt vielen nämlich gar nicht leicht, das Meckern/Kritisieren 120 Sekunden lang durchzuhalten).
  2. Desweiterenwird die Person A einen konkreten Mitspieler bzw. eine Mitspielerin (ermittelt durch Los-Entscheid!) in der Gruppe zwei Minuten lang persönlich angreifen (resp. kritisieren).

Während der 120 Sekunden sagt das „Opfer“ sich ständig innerlich: Es ist ja nur ein (Rollen-)Spiel!

Und sehen Sie in beiden Fällen, wie schnell die Stimmung sinkt. Falls Sie es immer noch nicht glauben, dann holen Sie Ihren Hausarzt und vollziehen Sie die Übungen, indem Sie ständig sämtliche Werte messen, die mit relativ wenig Aufwand gemessen werden können. So beweisen Sie sich selbst, was großangelegte Streß-Studien bereits bewiesen haben: Schauspieler/innen leiden nicht „im Spiel“, sondern „total real“, wenn sie negative, pessimistische, deprimierende Szenen spielen. Dann steigen die Streßwerte rasant und bleiben (bis ca. 30 Minuten später) oben, während die Anzahl der T-Zellen fällt (T-Zellen sind die wichtigen Abwehrkämpfer unseres Immun-Systems)!

Spielen Schauspieler hingegen positive/optimistische, „helle“ Szenen, dann sinken ihre Streß-Werte und die Anzahl der T-Zellen steigt. Dasselbe erleben Rollen-Spieler, wenn sie lernen, ihre Gefühle besser wahrzunehmen (vgl. hierzu auch die Übungen am Gefühlsrad in meinem Taschenbuch Kommunikationstraining). Deshalb rate ich Ihnen: Schauen Sie Nachrichten in Zukunft nur noch (zeitversetzt) von Video.

Wenn Sie die Nachrichtensendung von Video sehen, dann können Sie mit Hilfe der FF-Taste alles überspringen, was Ihnen nicht hilft/nützt. Sie entwickeln bald ein Gefühl dafür, welches die für Sie relevanten Nachrichten sind, und können sich gezielt diese (nur diese!) in aller Ruhe ansehen. Dabei ergibt sich ein völlig anderes Fernseh-Gefühl, denn Sie sind nicht mehr passiver, hilfloser TV-Konsument, sondern Sie nehmen Ihr Leben wieder aktiv selbst in die Hand. Selbst bei einer „Nebensache“ wie dem Fernsehen registriert. Ihr Unterbewußtsein sehr wohl, ob Sie sich zum Opfer jener machen, die mit Ihnen umspringen, wie es ihnen beliebt. Zum Beispiel indem die Werbung nicht an den von den Herstellern vorgesehenen Stellen „passiert“, sondern mitten im Satz in Szenen bricht, die Ihr Einfühlungsvermögen ansprechen, oder indem man Ihnen nachts in Filmen wie Unsere kleine Familie die ordinäre Telefon-Sex-Werbung minutenlang zumutet, inkl. Stöhnen, „Ruf mich an“ (und Peitschenknall) und Schlimmeres. All das „mutet“ uns an und prägt uns maßgeblich, außer wir sehen via Video und haben die „FF- Kontrolle“ über unser Erleben … Dabei sparen Sie neben einer Menge Streß-Hormone auch noch jede Menge Zeit. Vergleichen Sie: Ich brauche im Schnitt zum Sehen der Aufzeichnung einer Nachrichten-Sendung von ursprünglich einer halben Stunde nur noch sieben bis zwölf Minuten, um das (wenige) zu sehen, was ich wirklich sehen will (z.B. den Fortschritt von Friedensbemühungen irgendwo).

Wenn Sie diese Strategie übernehmen, dann sparen Sie ca. 20 Minuten jeden Tag – das sind 20 Minuten, in denen Sie nicht mit negativen Dingen belastet werden, wobei Sie trotzdem gut informiert bleiben. In diesen 20 Minuten täglich können Sie ganz andere Dinge unternehmen, von Meditation über Fitneß-Bewegungen bis hin zu 20 Minuten Lesen pro Tag. (Der Trend zum Zweitbuch ist trotz e-book nicht mehr aufzuhalten.) Übers Jahr gerechnet sparen Sie fünf 24-Stunden-Tage Realzeit (= weit mehr „Arbeitstage“ à acht Stunden)! Und wenn Sie die Zeit nur für Meditation und Entspannung genutzt hätten, wäre sie besser für Ihre Gesundheit gewesen, als alle diese negativen Gedanken in sich „rein- zufressen“ …

Tipp 4: Andere Sendungen (inkl. Spielfilme) ebenfalls zeitversetzt sehen

Wenn Sie die Zeitersparnis bei Spielfilmen berücksichtigen: Sie können durch rasches Vorspulen nicht nur den Werbeblöcken bei den Privaten entgehen, sondern jede langweilige oder schädliche Filmszene redigieren. So spule ich z.B. bei jeder Kampfszene, aber auch bei anderen Szenen, die mir nicht gefallen, schnell vor. Das ist ja die große Freiheit, die Video und andere Aufzeichnungs-Systeme uns bieten! Wenn Sie auch Spielfilme (zeitversetzt) via Video sehen, dann können Sie in weit stärkerem Maße Regisseur spielen. Deutsche Privatsender halten sich bei US-Produktionen nie an die eingebauten „Soll-Bruch- Stellen“ für Werbung, sondern sie unterbrechen meist mitten im Satz. Wo kämen wir denn da hin, wenn man die Zuseher respektieren würde? So kann es durchaus passieren, daß mitten in einer emotional geladenen Sterbeszene, bei der Sie vielleicht sogar zu Tränen gerührt sind, plötzlich und ohne Warnung eine Werbung hereinbricht – womöglich auch noch für Tampons. Das paßt zu der Sterbeszene wie die berühmte Faust aufs Auge, und ähnlich geschlagen (d.h. gestreßt) reagiert Ihr gesamter Immun- und Hormonhaushalt, auch wenn Sie sich in die bunten lauten Werbe-Bildchen „hineinziehen“ lassen und gar nicht merken, wie solche EinSCHNITTE in Ihre Gesundheit schneiden. Wenn Sie den Film jedoch auf Video aufgezeichnet haben, dann können Sie die oft acht bis neun Minuten Werbezeit in Sekunden mit der FF-Taste durchrasen und sofort genau dort weitermachen, wo Sie so rüde unterbrochen worden waren.

Sie können sich ausrechnen, daß Sie sowohl Ihre Lieblingsfilme (und bevorzugten Shows) im Fernsehen sehen als auch einige wichtige Dinge unternehmen oder Bücher lesen können, weil Sie bei reinen Unterhaltungs-Shows noch mehr Zeit einsparen können (z.B. indem Sie jede Pop-Gruppe überspringen, deren Lied, Sound, Lärm, nackte Haut oder was immer Ihnen nicht wirklich gefällt). Sie werden bei dieser Übung u.a. auch lernen, weit differenzierter wahrzunehmen und zu beurteilen, Sie bauen nämlich völlig neue Beobachtungs-Kategorien auf (vgl. Kategorien-Denken©, S.54ff. und T – NEUROBICS©, S. 164ff.), denn: In der Phase vor der Fernbedienung lernten viele, als passive (hilflose) Opfer fernzusehen. Wer wollte denn schon ständig zum Apparat springen, um manuell einen anderen Sender zu suchen (meine jüngeren Leser können sich das vielleicht gar nicht vorstellen, aber so war es vor gar nicht allzu langer Zeit!). Dann kamen festeingestellte Sender und die Möglichkeit, diese durch einen Knopfdruck anzuwählen, was dann die Möglichkeit schaffte, diesen Knopfdruck aus einer gewissen Entfernung vorzunehmen. Heute aber bieten uns moderne Aufzeichnungs- Möglichkeiten die Sahne auf dem Kuchen (wenn ich Video sage, meine ich natürlich immer auch DVD oder was immer Ihr Lieblings-Medium sein wird). Sie können weit mehr Regie führen als je zuvor, und das ist die nächsthöhere Stufe des Fernsehens. Kein TV-Konsum mehr, sondern bewußte Wahl, wann Sie was überspringen, sehen oder sogar noch einmal sehen oder PAUSieren lassen, z.B. um zu schnell wegspringende Namen zu lesen! Die Namens-Einblendung ist immer zu kurz, weil die Macher nur berechnen, wie lange der Durchschnittsmensch zum Lesen braucht, nicht aber begreifen, daß dieser Mensch unbewußt zuerst den momentanen Satz zu Ende hört, ehe er mit dem Auge auf den Namen springt, aber da ist es zu spät, denn er sieht ihn gerade noch entschwinden … (Wie gesagt, boshafte Leute behaupten, es sei System hinter diesem Irrsinn!)

Tipp 5: Wissens-Kassetten: Von Woche zu Woche gescheiter werden

Noch in den 1970er Jahren übertrug ich meine alte Radio-Technik (Audio-Kassetten) auf Video. Diese Variante gefällt den meisten Teilnehmern noch besser.

TRAININGs-Technik: Ihr Wissens-Netz mühelos erweitern

Nachdem ich erkannt hatte, daß alles Kopf-Können vom Gedächtnis abhängt (und über das Gedächtnis unsere intellektuellen wie kreativen Leistungen), wurde mir klar, daß wir ein möglichst ausgedehntes Wissens-Netz brauchen. Das ist heute im Info-Zeitalter wahrer denn je. Aber als ich damit begann, meinen Seminar-Teilnehmer/innen davon zu „predigen“ (täglich etwas lernen = der Königsweg zum Gehirn-Benutzer), mußte ich feststellen, wie viele von ihnen in ihrer Schulzeit so große Scheu (um nicht zu sagen Angst oder Haß) gegen Buch-Wissen jeder Art entwickelt haben, daß sich folgendes Paradoxon ergab: Je weniger Fäden vorhanden sind, desto mehr profitiert der Mensch von einer Er-WEIT-erung seines Horizonts (Wissens- Netzes). Aber: Je weniger Fäden vorhanden sind, desto größer ist natürlich die fatale AbNEIGUNG der Betroffenen, etwas zu lernen (= neue Fäden ins Netz einzu-BIND-en), sonst hätte der Mensch ja mehr Fäden! Also beißt sich die Katze hier in den Schwanz? Nun, ich kann Ihnen jetzt die gute Nachricht verkünden: Ich habe einen Weg gefunden, wie wir unser Wissens-Netz ständig erweitern können, ohne zu lernen. Im Klartext: Ständige schmerzlose Wissens-Netz-Erweiterung, ohne (Sach- bzw. Fach-)Bücher zu lesen oder im Sinne der SchulErfahrungen zu lernen, also garantiert ohne Pauken, Büffeln, stures Auswendiglernen etc.

Sie brauchen einen Video- oder DVD-Rekorder, den Sie programmieren können, (was ja im Zeitalter nach ShowView wirklich leicht geworden ist). Wenn Sie ein „Ohrentyp“ sind, können Sie natürlich mit Tonkassetten arbeiten, die Sie genauso „nebenbei“ hören können. Quellen sind Sendungen mit sogenannten Wort-Beiträgen (vom Schulfunk über bestimmte Magazin-Sendungen bis hin zu Hörspielen). Aber obwohl die meisten Teilnehmer/innen zwar gerne behaupten, sie sähen „nie“ fern (was nur ca. acht bis zwölf Stunden pro Woche bedeutet!), ist die Fernseh-Technik mit Abstand die beliebteste.

Studieren Sie das Fernsehprogramm für die kommende Woche (spätestens am Wochenende) und suchen Sie sich Sendungen heraus, die Sie normalerweise nicht gesehen hätten. Dabei wählen Sie Sendungen dieser Kategorien aus:

 1. „Dazu habe ich leider absolut keine Zeit“ und

2. nach dem Motto: „Das langweilt mich/interessiert mich nicht.“

Tipp: Beobachten Sie, wie Leute sich verhalten, wenn sie sagen: „(Dieses Thema) langweilt mich“ und bleiben Sie dann genau an diesem Thema „kleben“. Die Menschen werden sehr bald sauer.  Denn das sogenannte Langweilige befindet sich häufig außerhalb des Wissens- Netzes der Betroffenen. Damit aber fühlen sie sich überfordert. Sie wollen kein geistiges Bungee-Jumping! Aber Sie wollen beides: sowohl Sendungen, für die Ihnen die Zeit fehlt, als auch solche, die Ihnen geistiges Bungee anbieten (allerdings „schmerzlos“). Deshalb streichen Sie jetzt solche Sendungen an (z.B. über den Flötenbau im Mittelalter, vom Liebesleben der Meeresschnecken o. ä.).  Nun sorgen Sie (per automatischer Programmierung) dafür, daß Sie einige leere Kassetten mühelos zu Wissens-Kassetten umwandeln. Wohlgemerkt: Wir sprechen hier von Sendungen, die Sie nicht gesehen haben. Sehr interessante Dokumentationen werden Sie übrigens im Programm früh zwischen zwei und sechs Uhr finden, aber mit Vorprogrammierung ist auch das problemlos. Überlegen Sie: Noch vor einigen Jahren hätten Sie eine Person gebraucht, die solche Wissens-Kassetten für Sie anlegt, heute geht das fast von allein. Sie müssen nur die richtigen Kassetten einlegen, bis die Technik den nächsten Schritt erlaubt und Sie sich das, was Sie wollen, wann Sie wollen auf eine „Platte“ laden und Ihr TV-Programm selbst machen. Dies wiederum wird übrigens die letzte Stufe vor der Star-Trek-Zukunft sein. Dann werden wir uns nämlich nur noch holen, was wir gerade wollen. Es wird dann keine offiziellen Sendezeiten mehr geben.Jetzt wird es spannend. Was können Sie mit den Wissens-Kassetten anfangen? Hier einige erste Anregungen. Beginnen wir mit meinem Lieblings-Tipp, der bei meinen TeilnehmerInnen im Seminar seit Jahren großen Anklang findet. Oft höre/lese ich, wie erfolgreich „Ehemalige“ inzwischen damit umgehen und was es ihnen gebracht hat.

Das ist die Sahne auf dem Privat-TV-Kuchen, wenn Sie dort unbedingt live sehen und Werbeblocks (zur gehirn-gerechten Wissens-Netz-Erweitertung) nutzen wollen (z.B. bei einem Sport-Event).

  1. Wissens-Kassette in Video.
  2. TV-Sendung sehen bis Werbung.
  3. PLAY-Taste/Video und gleichzeitig Start-Taste am Timer (voreingestellt auf fünf Minuten) drücken.
  4. Video sehen, bis Timer piepst.
  5. Jetzt haben Sie immer noch genügend Zeit, um Ihre Blase zu leeren oder etwas zum Füllen derselben zu holen usw., denn die Werbeblocks dauern in der Regel zwischen sechs und sieben (oft sogar neun) Minuten!

Wenn Sie auf diese Weise pro Woche nur eine einzige TV-Veranstaltung mit drei Werbeblöcken sehen, dann entspricht dies einer Stunde pro Monat, das ergibt nach Adam RIESE bereits zwölf Stunden im Jahr. Vergleichen Sie dies mit einem Seminarbesuch: Realzeit eines normalen Seminars ist sechs Stunden Seminarzeit (ohne Kaffeepausen, Mittagessen etc.), also entspricht dies zwei Nonstop-Info-Angebots-Seminartagen, völlig kostenlos und bequem zu Hause im Pantoffel-Kino. Aber die meisten meiner Teilnehmer/innen haben bald „Blut geleckt“ und nutzen diesen Tipp öfter, vor allem, wenn sie alleine fernsehen. Hätten Sie gedacht, daß bei nur zwei so genutzen Sendungen pro Woche ein kompletter 24-Stunden-Tag nonstop Wissens-Netz-Erweiterung (pro Jahr) für Sie „herausspringt“, also schon vier Seminartage bzw. drei normale Arbeitstage à acht Stunden? Und wenn Ihr TV-Verhalten relativ normal ist, dann könnten Sie diese Technik theoretisch sogar einmal pro Tag an sechs TV-Tagen einsetzen (insbesondere Menschen, die viel zu Hause sind). Also, bei täglich einmal an sechs Tagen werden ??? Stunden daraus. Rechnen Sie es aus, ehe Sie Ihr Ergebnis mit der Tabelle vergleichen.  Manche meiner Teilnehmer befürchten eine Ablenkung vom Thema der Sendung (z.B. von der Handlung des Films oder vom Diskussions-Thema einer Talkshow). Nun, abgesehen davon, daß ich bisher überwiegend an  Sport-Events, Live-Präsentationen (z.B. die Oscar-Verleihung) oder reine Unterhaltungs-Sendungen („Die lustigen Oberkrainer“ etc.) gedacht hatte, gilt selbst bei Spielfilmen: Sie können sich von einer Vielzahl Werbespots ablenken lassen oder von einem einzigen Thema. Zwar sagen viele jetzt, sie würden den Ton bei der Werbung immer ausschalten, aber dann schauen sie doch regelmäßig hin, um zu sehen, ob die Sendung weitergeht und werden durch die Bilder doch beeinflußt, insbesondere, da Bilder ja im Gehirn immer Vorrang haben (wie schon besprochen). Weit häufiger stellt man nur den Ton leiser, damit man es hört, wenn es weitergeht. Glauben Sie wirklich allen Ernstes, Ihr Gehirn fände diese „Belästigung“ angenehmer als ein neutrales Thema? Wissens-Kassetten sollten keine politisch brisanten Themen enthalten, sondern relativ zeitlose Infos bieten, die Ihr Wissens-Netz und Ihren geistigen Horizont vergrößern! Das ist doch das erklärte Ziel, nicht wahr?

Weitere Möglichkeiten, bei denen ich selbst regelmäßig Wissens-Kassetten nutze, sind beispielsweise:

1. Beim Zeichnen/Basteln – denn kurze Kontroll-Blicke sind besser als glotzen

2. Bei Arbeiten, die mich langweilen („nebenbei“). Hier taucht manchmal im Seminar folgende Kritik auf: Was ist, wenn ich den Weg des Zen-Buddhismus gehen und alles, auch langweilige Tätigkeiten, voll bewußt ausüben will? Meine Antwort: Dann werden Sie sicher genauso voll bewußt lernen wollen und räumen dem Sehen von Wis- sens-Kassetten eigene Zeiten ein. Das bewußte Leben spricht keinesfalls gegen Wissens-Kassetten, nur dagegen, sich das Wissen lässig und nebenbei „reinzuziehen“ …

3. Einfach so! Die Frage taucht regelmäßig auf: Was ist, wenn mir eine Wissens-Video wider Erwarten so gefällt, daß ich keinesfalls bis zur nächsten Gelegenheit warten will? Das müssen Sie entscheiden, aber ich „darf“ auch einfach so gucken.

4. Beim Fitneß-WALK-ing (drinnen)*! Ich bin zwischen Februar 1999 und Februar 2000 auf meinem Skywalker über 700 Meilen ge-WALK-t. Dafür habe ich ca. 230 Stunden gebraucht. Da ich inzwischen weiß, daß es viele interessiert, womit ich diese Zeiten für mich erträglich mache, hier die Info: Ungefähr ein Drittel dieser Zeit habe ich mit Vi- deo-Aufzeichnungen verbracht, zu denen ich normalerweise keine Zeit gehabt hätte. Das entspricht über drei 24-Stunden-Tagen Sehzeit. Ein weiteres Drittel ist der spielerischen und mühelosen Wissens-Netz-Er-WEIT-erung gewidmet und das letzte Drittel der Zeit nutze ich ganz privat für das Lesen von sf-Romanen.

5. Beim Fitneß-WALK-ing (draußen)! Hier greift ein weiterer Trick, da ich seit Jahren nur mit Walkman WALK-e: Manche Wissens- Kassetten, aber auch „Fremdsprachen-Material“ (z.B. Columbo auf Französisch, Deep Space 9 auf Italienisch) will ich natürlich mehr als einmal hören.  Aber ich brauche sie nicht jedesmal zu sehen, denn ich kenne die Bilder bereits. Also höre ich den Ton solcher Videos auf Audio-Kassetten (übrigens auch bei Autofahrten …).

Fragen Sie sich, ob Sie einige der Tips in diesem Abschnitt in Ihre tägliche Praxis umsetzen wollen, zumindest probeweise. Machen Sie die Probe aufs Exempel, es kostet nichts! Es ist schließlich Ihr Gehirn, das Sie verseuchen bzw. durch gute Fernseh-Gewohnheiten stärken. Und es ist Ihr Wissens-Netz, das regelmäßig wachsen und gedeihen sollte, wenn lebenslanges Lernen kein Lippenbekenntnis bleiben soll. Jetzt müssen Sie nur entscheiden:

1. Machen Sie mit? Und: 2. Wann beginnen Sie womit?