Betrachtet man die Arbeit von Menschen oder schaut man auf Dinge oberflächlich, bilden sich oft unbemerkt VorURTEILE, weshalb ich meine kleine Serie „Unterschiede zwischen der Arbeit von VFB und meiner eigenen“ gerne dazu nutzen möchte, auf das hinweisen möchte, was zwischen Vera F. Birkenbihl und mir variiert (…wobei die Unterschiede nicht nur darin bestehen, dass Männer und Frauen in jeweils anderen mentalen Universen denken und leben. – Hier ist Teil 1 von 3:
Grundsätzlich lässt sich wohl sagen, dass sich meine Seminararbeit schon ähnlich darstellt zur Arbeit von VFB, denn sie konzentriert sich auf den menschlichen Geist und den Möglichkeiten, ihn zu managen bzw. besser zu nutzen. Obwohl es sein mag, dass unsere Projekte ähnlich wirken, so unterscheidet sich mein Ansatz durch die Methode, das Wissen zu vermitteln, den ich Mitte der 2000er Jahre FLEXBRAIN genannt habe. Hierzu habe ich einen einzigartigen Rahmen etwickelt, der sich durch seine Dreiteilung bereits essentiell vom Ansatz Vera F. Birkenbihls unterscheidet und hierdurch jeden Verdacht des Kopierens vermeidet. Das beginnt bereits bei den Seminarvorbereitungen.
1.) Auch wenn bei VFB und mir Infotainment zum Thema GehirnManagement Kernpunkt der Live-Events und Seminare ist bzw. war (zudem ergänzt um Infos aus verschiedensten Wissensbereichen), ich zudem über die Möglichkeiten des Zugriffs auf BIRKENBIHL SAMMLUNG & ARCHIV verfüge, außerdem auf der Bühne viele Gerätschaften nutze, die einst (auch) solche von VFB waren, gibt es bereits erhebliche Abweichungen bei der Art und Weise der Vorbereitung auf Seminare. Während sich Vera F. Birkenbihl mindestens wochenlang akribisch auf jede Veranstaltung vorbereitete, hierzu im Laufe der Jahre Unmengen von Zeichenheften mit KaWas und KaGas anlegte – allesamt auf ihrer Vorderseite mit dem Thema und einer Abkürzung der Veranstaltung beschriftet (beispielswiese mit „TtT“ für „Train The Trainer“) – nutze ich hierzu eigene Moderationskarten und seit 2002 Laptops mit PowerPoint-Folien, die damals meine Overhead-Projektionen ablösten.
Außerdem bereite ich die entsprechende Veranstaltung in aller Regel nur rund eine Woche lang intensiv vor und rufe auch kein Netzwerk von engen Unterstützer:innen an – den sog. „Versuchskanninchen“* –, denen ich meinen Seminartext vortrage, um noch letzten Änderungen einzuarbeiten, wie es Vera F. Birkenbihl regelmäßig tat. Während VFB also ihren „Versuchskanninchen“ am Telefon Vorträge hielt und deren Wirkung so ausprobierte und perfektionierte, bevor sie an die Öffentlichkeit ging (…im Übrigen eine Methode, wie sie Ende der 1960er Jahre in den USA druchaus weit verbreitet war), nutze ich meine „Wegstreckenbegleiter“** in der Regel zum Zwecke, grafische Ideen oder Slogans zu diskutieren und zu optimieren bzw. zu verwerfen und nur selten zum Gegenlesen von Texten.
Dann gibt es 2.) den Altersunterschied, der für einige Herangehensweisen beim Lehren aus meiner Sicht ganz entscheidend ist. Meine Mutter ist Jahrgang 1934. Als sie 11 Jahre alt war, wurde Vera F. Birkenbihl geboren; ich erblickte dagegen 1958 das Licht der Welt, als VFB 12 Jahre alt war. Für mich ist Vera F. Birkenbihl daher eine Art „Mittelgeneration“ (wie ich es hier nennen möchte) zwischen meinen Eltern und mir. Das wiederum führt aus meiner Sicht dazu, dass sie a) bereits in den USA studierte, als ich gerade in die Grundschule kam /// b) Birkenbihl sich in Deutschland als Unternehmerin selbständig machte, während ich mich noch in meiner Freizeit in Büchereien „vergrub“ /// c) 1981, als meine erste Schallplatte auf den Markt kam, VFB bereits an ihrem Erfolgsbuch „Stroh im Kopf?“ schrieb.
Außerdem: 1993 begann ich nach meiner Übersiedlung von Frankfurt am Main nach Jena als Verwaltungstrainer zu arbeiten. Zu dieser Zeit war Vera F. Birkenbihl bereits ein knappes Vierteljahrhundert als Trainerin aktiv und hatte sich mit Seminaren, Büchern, Audio- und Video-Cassetten bereits einen Namen gemacht und viel Geld verdient. Das war zu einer Zeit, als das Internet langsam in den Fokus der Menschen rückte, weshalb ich sozusagen von Anfang an bei meinen Seminaren live mit Computern arbeitete*** und die Bilder mit Hilfe eines LCD-Screens auf einem Overhead-Projektor „an die Wand“ warf. Seit 2002 setzte ich dann auch Beamer ein, während Vera F. Birkenbihl bis zuletzt stets auf Overhead-Projektoren mit Folien setzte und Beamer erst ganz zuletzt unsd vereinzelt nutzte, um Kamera-Liveaufnahmen vom Zeichnen ihrer KaWas und KaGas zu präsentieren.
Das zeigt bereits, welche strukturelle Verschiedenheiten vorhanden sind und warum. Auch nehme ich persönlich das Lehren als Dienstleistung nicht ganz so streng ernst wie es einst VFB tat und erzähle lieber die eine oder andere Geschichte mehr aus meinem Leben als sie es tat. Allerdings: Ernst nehme ich das Lehren schon – das ist natürlich wegen meiner Event-Teilnehmer:innen und dem Geld, das sie für Live- bzw. Online-Seminare zahlen, selbstverständlich, aber ich versuche zumindest ein wenig anders und mit mehr Leichtigkeit zu lehren. Das ist meine EigenART und die drückt sich auch darin aus, dass meine Live-Programme in aller Regel nicht so lange dauern, wie bei Vera F. Birkenbihl. Ich halte es da eher mit „Die Straßen von San Francisco“: die Folgen der TV-Serie dauerten immer rund neunzig Minuten und hatten vier Akte plus einen Epilog. Auch bei mir sind die Programme zwischen 90 und 120 Minuten lang und bestehen aus fünf Programmteilen. Aber Lt. Mike Stone und Insp. Steve Heller sind ja bei VFB nie ein Thema gewesen, eher die unendlichen Weiten des Weltalls. Doch darüber mehr in den weiteren Teilen meiner kleinen Serie.
Lesen Sie HIER Teil 2 von „Unterschiede zwischen VFB und RWS“!
* = dies ist ein Ausdruck, den ich nicht mag, weil ich damit allgemein gefangen gehaltene Tiere verbinde, an denen neue medizinische Therapiemöglichkeiten getestet werden.
** = Für diesen Begriff geht mein Dank an Rockpoet Heinz Rudolf Kunze, der ihn mir einst „vermachte“ und den ich seither gerne für meine Zwecke nutze. „Wegstreckenbegleiter“ ist ein bildhaft/metaphorischer Ausdruck, unter dem man sich Menschen vorstellen kann (aber auch Ideen oder Einflüsse), die einen Teil unseres Lebensweges mit uns gehen, ohne unbedingt dauerhaft zu bleiben. In der Natur gibt es übrigens ebensolche Beispiele für temporäre Begleiter, darunter sog. „Schiffshalter“ oder Pilotfische; dies sind kleine Fische, die sich an größere heften (auch Haie, Wale) und von deren Schutz, Nahrung (Reste der Beute) oder der Energieersparnis beim Schwimmen profitieren bzw. sich an den von den „Wirten“ zurückgelegen Wegstrecken orientieren.
*** = Meine kleine Historie: August 1982 ein Sinclair ZX81 als Premiere, 1983 ein Sinclair SPECTRUM, 1984 ein Commodore VC20, 1986 ein Commodore 64, 1992 ein ATARI PC3 mit 286er Chip, 1995 ein Vobis 486 DX2.

