Vera F. Birkenbihl starb im Dezember 2011 an den Folgen von Speiseröhrenkrebs (Ösophaguskarzinom). Diagnostziert im April 2011 – in ihrem Körper entstanden wahrscheinlich mindestens im Jahr zuvor. Zwar ist diese Krebsart vergleichsweise selten und macht in Deutschland rund 0,7 Prozent der Krebsneuerkrankungen aus, aber sie ist so tückisch, denn sie kann lange für Betroffene reletiv unauffällig bleiben. Erste Anzeichen auf einen Speiseröhrentumor wie Schluckbeschwerden oder häufiges Sodbrennen werden in der Regel nicht wirklich ernst genommen. Häufig wird die Erkrankung erst entdeckt, wenn sie bereits fortgeschritten ist. Wie schwer sie verlaufen kann, zeigt beispielhaft der Tod des Schauspielers und Sprechers Otto Sander (bekannt u. a. aus „Das Boot“ und „Der Himmel über Berlin“). Bei ihm war 2007 Ösophaguskarzinom diagnostiziert worden; Sander starb 2013 im Alter von 72 Jahren.
Es darf angenommen werden, dass VFB, sofern ihre Krebsbehandlung erfolgreich verlaufen wäre, den Speiseröhrenkrebs zu einem neuen Thema ihrer Reihe „Was Sie unbedingt wissen sollten“ gemacht hätte, weshalb ich dies heute und hier kurz und knapp thematisieren möchte:
Medizinisch wird der Speiseröhrenkrebs in zwei Hauptformen unterteilt: 1.) Plattenepithelkarzinom: = entsteht aus den Schleimhautzellen der Speiseröhre und macht etwa 40 Prozent der Fälle aus. 2.) Adenokarzinom = entwickelt sich aus Drüsenzellen, vor allem im unteren Abschnitt der Speiseröhre nahe dem Magen; es betrifft ungefähr die Hälfte der Erkrankten.
Die Symptome der Erkrankung beginnen meist mit zunehmenden Schluckbeschwerden. Anfangs betrifft das meist feste Nahrung, später können auch weiche Speisen und Flüssigkeiten Probleme bereiten. Auch anhaltendes oder häufiges Sodbrennen sollte zügig ärztlich abgeklärt werden. Weitere mögliche Beschwerden sind: – Schmerzen oder Krämpfe beim Schlucken /// – häufiges Verschlucken oder Würgen /// – Druck oder Brennen hinter dem Brustbein /// – Völlegefühl und Blähungen /// – Übelkeit und Erbrechen /// – Blutungen im Verdauungstrakt /// – Gewichtsverlust ohne aktives Zutun
Die genauen Ursachen für das Ösophaguskarzinom sind in der medizin noch nicht vollständig geklärt. Als wichtige Risikofaktoren gelten insbesondere Rauchen und hoher Alkoholkonsum. Auch starkes Übergewicht kann das Erkrankungsrisiko erhöhen. Untersuchungen deuten zudem darauf hin, dass regelmäßig sehr heiße Getränke die Gefahr erhöhen können. Wie meistens bei Tumorerkrankungen gilt auch hier grundsätzlich: Je früher ein Krebs erkannt wird, desto besser sind die Behandlungsmöglichkeiten und Heilungschancen. Bei einer späten Diagnose ist die Prognose dagegen häufig deutlich ungünstiger. Zur Abklärung wird meist eine Speiseröhrenspiegelung (Ösophagoskopie) durchgeführt. Dabei können Ärzte die Schleimhaut direkt betrachten und bei Bedarf Gewebeproben entnehmen. Häufig werden im Rahmen der Untersuchung auch Magen und Zwölffingerdarm kontrolliert.

