wurde 2022 von Birkenbihl-Experte Rainer W. Sauer als Bestandteil seines Jenaer Instituts für gehirn-geniales Denken ins Leben gerufen. Aus einer klassischen Komponente der CBQ-KompetenzCamps an festen Standorten hat es sich mittlerweile zu einem speziellen Teil seiner Live-Seminare entwickelt, der mit verschiedenen Partnern in ganz Deutschland stattfindet. Das Angebot umfasst inzwischen so viel mehr als nur die Vermittlung von Kompetenzen. Getreu der Philosophie seines StartUps CBQ (= °Coaching °Beratung °Qualifizierung) verschafft der Leiter von BIRKENBIHL SAMMLUNG & ARCHIV Menschen nicht nur die Freude an mentaler Entwicklung, sondern nutzt das GEHIRN | GENIAL | LABOR° auch als Brücke für die Vermittlung von Werten und Normen im Rahmen ihrer persönlichen Entwicklung, des Selbst-Coachings, der möglichst optimalen Kommunikation untereinander, von Stressregulation, Konfliktbewältigung und dem Umgang mit Erfolgen und Niederlagen im Leben. „LERNEN. LACHEN. LEBEN.“ nennt er das im GGL° – drei Worte, die für folgende Konzepte stehen:

In diesem Rahmen gestaltet Sauer für BRAIN.EVENTS unter dem Label GEHIRN | GENIAL | LABOR° verschiedene unterhaltsame neurobiologisch-psychologische Seminare und kombiniert dort wissenschaftliches Wissen mit praxisnahen Reflexionsübungen und anschaulichen Beispielen, die eines gemeinsam haben: Fokussiertes bzw. lösungsfokussiertes Denken. Sie helfen Menschen spielerisch dabei, ihre Konzentrationsfähigkeit zu verbessern, Ablenkungen zu minimieren und die Denkleistung gezielt zu steigern. Hier erfahren sie u. a. auch, wie unser zentrales Denkorgan Aufmerksamkeit steuert, weshalb Multitasking ineffektiv ist, wenn es zu diffusen Gedankenmustern führen kann, welchen Einfluss digitale Medien auf die Konzentration haben und wie wichtig es ist, seinen Geist „herunterzufahren“, um neue Energie zu tanken.All das gehört zu „LERNEN. LACHEN. LEBEN.“

Abbildung der GEHIRN | GENIAL | LABOR Webseite (http://www.gehirnlabor.de), die ab Mai 2025 freigeschaltet ist!

Geeignet ist das GGL° zum einen für Teilnehmer:innen, die entweder im privaten / beruflichen / sportlichen Umfeld ihre Konzentration steigern und Ablenkungen bzw. Störfaktoren reduzieren möchten oder tiefgehende Arbeit / wichtige Forschung gezielt fördern wollen (DWSW = Deep Work vs. Shallow Work). Sie erfahren nicht nur, weshalb Vorbereitung und Pläne (zum Beispiel die Definition von Zielen, die Umgebungsgestaltung, Zeitmanagement, Lebensplanung etc.) unerlässlich sind, sondern auch die Bedeutung wichtiger mentaler Techniken (Meditation, Atemtechniken, Autogenes Training) für das persönliche Wohlbefinden und darüber hinaus das fokussierte Denken; ebenso die Rolle von Ernährung und Bewegung für die kognitive Leistungsfähigkeit. Zum anderen macht die Teilnahme am GEHIRN | GENIAL | LABOR° Sinn für alle Menschen, die ihre mentale Energie / die geistigen Ressourcen fördern, bessen nutzen oder langfristig erhalten möchten.

Wilhelm Maximilian Mundt um 1900

„Gibt es bestimmte Rituale für einen produktiven Geist und was bewirken sie?“, „Wie erzeugt man Kreativität?“, „Was brauche ich, um glücklich zu sein?“ – Diese und ähnliche Fragen stellt und beantwortet Rainer W. Sauer auf Basis des Merksatzes „Etwas ALTES, etwas SCHLAUES, etwas GEBORGTES, etwas BLAUES“, wobei ALTES das betrifft, was Forschende zwischen 1870 und 1970 über Psychologie herausgefunden haben. Nahezu in Vergessenheit geraten ist ja hierzulande, dass es Wilhelm WUNDT war, der 1879 in Leipzig das erste psychologische Labor gründte, dort die Konzepte für die Analyse des Geistes in seinen Grundelementen entwickelte und hierdurch erreichte, dass Psychologie als eigenständige Wissenschaft (an)erkannt wurde. Zu Wundts Umfeld gehörten damals unter anderen Mediziner, Physiologen, Physiker, Chemiker und Biologen, weiterhin Rechtswissenschaftler und Philosophen. In einem Interview sagte Sauer einmal, dass ihn diese (=O-Ton) »geballte Kraft an Kompetenz« bei Wundt dazu bewogen habe, den Begriff „Labor“ in den Namen des GGL°-Projektes aufzunehmen. Und natürlich spielen auch die Erkenntnisse von William JAMES (1842-1910, „Anpassungsfähigkeit des Geistes“), Sigmund FREUD (1856-1939, „Unbewusstes beeinflusst unser Verhalten.“), Abraham MASLOW (1908-1970, „Humanistische Psychologie“), Martin SELIGMANN (*1942, „Positive Psychologie“) oder Bodo SCHÄFER (*1960, „Nur wer voller Überzeugung sagt: ›Ich kann das! Ich bin liebenswert! Und ich weiß ganz genau, wer ich bin!‹, wird ein erfolgreiches, selbstbewusstes und freies Leben führen.“) im GEHIRN | GENIAL | LABOR° eine große Rolle.

Etwas GEBORGTES ist bei Raíner W. Sauer zweifellos das, was im Kopf von Vera F. BIRKENBIHL zwischen den späten 1960er bis Ende der 2010er Jahre an Konzepten und Ideen entstanden ist. Als Leiter von BIRKENBIHL SAMMLUNG & ARCHIV kann er hier sozusagen „aus dem Vollen schöpfen“, kennt jede Ecke und Kante ihres Lebens und ihrer Arbeit, wurde hierdurch zum Birkenbihl-Experten. Deshalb ähneln viele Aspekte seiner Schulungen und Seminare dem, was VFB einst an Hunderttausende in ihren Veranstaltungen weitergab, aber Sauer führt dies keineswegs 1:1 weiter, sondern bringt es vielmehr durch stetes Hinterfragen und den Abgleich mit neuesten neurowissenschaftlichen Forschungsergebnissen sowie der Entwicklung neuer Seminarthemen im Sinne Birkenbihls auf das nächste Level – ganz so, wie es auch die große kleine Dame des gehirn-gerechten Denkens tat, die ihre Erkenntnisse nie als Dogma ansah, sondern sie bis zu ihrem Tode 2011 beständig neu überprüfte und immer dann, wenn sie dies für notwendig hielt, editierte oder überarbeitete. Sein GGL°-Konzept ist deshalb selbst für ausgewiesene Anhänger von Vera F. Birkenbihl interessant und lehrreich.


Rainer W. Sauer schrieb Ende 2024 über das GEHIRN | GENIAL | LABOR° unter anderem:

»Den bekannten anglo-amerikanischen Merksatz für Hochzeiten „Something old, something new, something borrowed, something blue“ änderte ich für meine Zwecke bereits vor einiger Zeit in „Etwas Altes, etwas Schlaues, etwas Geborgtes, etwas Blaues“. (…) „Etwas Schlaues“ betrifft im GGL° hauptsächlich die Wissenbildung. Zu denken heißt, dass einem eine Vielzahl an Assoziationen zu einem bestimmten Thema einfallen, was essentiell vom aktuellen Stand des eigenen Wissensnetzes abhängt. Dieses neuronale Netzwerk hat sich im Babyalter, der Kindheit und unserer Jugend (im wahrsten Sinne des Wortes) geBILDet und besteht aus all unseren Erinnerungen, Erfahrungen und erlernten Informationen, die als Neuronen miteinander verbunden sind. Jedes Neuron ist sozusagen eine Wabe, die mit Tausenden anderen verknüpft ist und so ein riesiges Geflecht bildet, das unser gesamtes Wissen symbolisiert. Ständig docken sinngemäß Raumschiffe mit neuen Informationen an und liefern neue Aspekte in unser Wissennetz: man nennt dies LERNEN. (…)

Zugegeben: mit dem Begriff eines Labors (= die Kurzform für Laboratorium) verbinden unsere Gedanken schnell Bilder von speziell ausgestatteten Räumen oder einer Einrichtung, in der wissenschaftliche Experimente, Untersuchungen und Tests durchgeführt werden. Labore gibt es in vielen Bereichen, darunter Chemie, Biologie, Physik, Medizin und Technik. In der Tat ist ein Labor ein Ort, an dem systematisch geforscht, experimentiert und analysiert wird, um neue Erkenntnisse zu gewinnen oder praktische Anwendungen zu entwickeln, und das ist es auch, um was es in meinem, auf dem FlexBrain-Konzept aufbauenden, GEHIRN | GENIAL | LABOR° geht (…). So ist es beispielsweise eine alte Erkenntnis, dass es für einen optimalen Lerneffekt entscheidend ist, sofort zu erkennen, ob man etwas richtig oder falsch verstanden hat. In unserem heutigen Schulwesen hingegen erhält man Prüfungsergebnisse oft erst Tage später, wodurch der sofortige Lerneffekt weitgehend ausbleibt. Psychologen sprechen in diesem Zusammenhang von den wichtigen ersten Momenten, die entscheidend dafür sind, dass Lernen im Gehirn effektiv stattfindet. (…)

Gibt es jedoch keinen Grundstock an Verbindungen, eventuell, weil einem das Wissen zu einer bestimmten Sache fehlt (ich führe hier oft das Beispiel einer Sportart an, die einen weder interessiert noch, dass man deren Regeln kennt oder kennen will), geht die neue Information verloren, weil man sie nicht versteht bzw. einordnen kann. Daher wird neues Wissen nur dann nachhaltig gespeichert, wenn es an bestehendes Wissen anknüpft. Wissen, das dort einmal abgespeichert wurde, kann jederzeit in Sekundenbruchteilen wieder abgerufen und reaktiviert werden, wodurch unser Wissensnetz weiter wächst und stabiler wird. Wichtig ist hierzu der Spaß am Lernen, der sich vom puren Auswendiglernen bzw. dem Wissen „einpauken“ unterscheidet.

Beim Punkt „Erfolgreiche Kommunikation“ geht es darum, dass jeder Mensch sozusagen in seiner eigenen WELT lebt, die geprägt ist von seiner individuellen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Dies beeinflusst die persönliche Sicht der Dinge und wie jemand kommuniziert bzw. seine UmWELT wahrnimmt. Um erfolgreich miteinander zu kommunizieren, ist es deshalb entscheidend, eine Brücke zur Kommunikatoin des Gegenübers zu bauen. Das jedoch fällt vielen von uns schwer, da wir oft davon ausgehen, dass die eigene Sichtweise die einzig wahre sei. Genau diese Annahme führt jedoch zu den Kernmissverständnissen bei der Kommunikation und zu Problemen – man redet „aneinander vorbei“. (…)

Ein Schlüssel zur besseren Verständigung liegt deshalb darin, eine Vielfalt von Sichtweisen akzeptieren zu können und Meinungsverschiedenheiten nicht zwanghaft lösen zu wollen. Deshalb sollte, selbst wenn keine Einigung erzielt wird, zumindest ohne weiteren Streit der Konsens darüber möglich sein, dass man sich uneinig bleibt. Aus diesem Ansatz heraus habe ich das „Konzept der dualen Einigung“ entwickelt. Es beschreibt die Übereinstimmung darin, dass beide Seiten akzeptieren, eine vollständige Einigung wohl niemals zu erreichen und genau darin den Grundstock für Kompromisse finden. (…)«